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Mostar-Reiseguide: Stari Most, der Basar und die Herzegowina

Mostar-Reiseguide: Stari Most, der Basar und die Herzegowina

Was ist Mostar und warum sollte ich es besuchen?

Mostar ist die meistbesuchte Stadt Bosnien-Herzegowinas — geprägt vom Stari Most (Alte Brücke), einem osmanischen Steinbogen aus dem 16. Jahrhundert über die Neretva, der nach seiner Zerstörung 1993 wiederaufgebaut wurde. Das umliegende osmanische Viertel, der Kujundžiluk-Basar und die Koski-Mehmed-Pascha-Moschee bilden eines der markantesten historischen Zentren auf dem Balkan.

Mostar: die um eine Brücke herum gebaute Stadt

Mostar ist die informelle Hauptstadt der westlichen Herzegowina — eine Stadt mit rund 100.000 Einwohnern, deren Mittelpunkt eine einzige osmanische Steinbrücke über die Neretva bildet. Der Stari Most (Alte Brücke) ist eines der bekanntesten Denkmäler auf dem Balkan, und die Identität der Stadt ist seit dem ersten Bau der Brücke 1566 untrennbar mit ihr verbunden.

Die Zerstörung der Brücke im November 1993 durch kroatisch-nationalistische Kräfte während des Bosnienkriegs war ebenso ein kultureller wie ein militärischer Akt. Ihr Wiederaufbau — 2004 mit ursprünglich abgebautem Stein und traditionellen Maurertechniken abgeschlossen — war ein Akt des kollektiven Gedächtnisses. Die wiederaufgebaute Brücke ist kein Fake; sie ist eine Fortsetzung derselben handwerklichen Tradition, die das Original schuf.

Diesen Kontext zu verstehen macht Mostar deutlich interessanter als einen hübschen Fotostopp.

Anreise nach Mostar von Dubrovnik

Per Auto oder organisierter Tour

Die Fahrt von Dubrovnik nach Mostar dauert etwa 3 Stunden, einschließlich des Grenzübergangs nach Bosnien-Herzegowina bei Neum. Den Leitfaden zum Grenzübergang Dubrovnik – Bosnien findet ihr für Wartezeiten und praktische Hinweise.

Reisepass erforderlich. Bosnien-Herzegowina liegt außerhalb des Schengen-Raums. Die Währung ist die BAM (Konvertible Mark), festgelegt bei 1,95583 BAM pro Euro. Euros werden in den meisten touristischen Einrichtungen in Mostar akzeptiert, aber nicht überall.

Ganztägige geführte Mostar-Tour von Dubrovnik

Für einen privaten geführten Besuch mit mehr Flexibilität:

Private geführte Mostar-Stadtführung zu Fuß

Per Bus

Direktbusse zwischen Dubrovnik und Mostar verkehren (mehrere Anbieter; Fahrpläne am Dubrovniker Busbahnhof oder online prüfen). Fahrtzeit 3,5–4,5 Stunden. Geeignet für Übernachtungsreisen oder einseitige Reisen.

Mostar: Altstadt und Alte Brücke

Stari Most

Die Alte Brücke ist 29 Meter lang, 4 Meter breit und 21 Meter über dem Wasser am Scheitel. Darüberzugehen — die leichte Bogenwölbung der Oberfläche, der leicht rutschige polierte Kalkstein, der Blick hinunter zur grünen Neretva — ist eher ein körperliches als ein rein visuelles Erlebnis.

Die beiden Türme an jedem Ende (Halebija-Turm im Osten, Tara-Turm im Westen) sind venezianisch-ragusanischen Ursprungs und predate die osmanische Brücke. Die Brücke selbst wurde vom osmanischen Baumeister Mimar Hayruddin errichtet und gilt als eines der besten Beispiele osmanischen Steinbogenbaus.

Brückenspringer: Mitglieder des Mostari-Tauchclubs springen vom Brückenscheitel (21 Meter über dem Fluss) als langjährige lokale Tradition. Die Sprünge finden täglich im Sommer statt; die Springer sammeln Spenden von Zuschauern. Wer den Sprung selbst versuchen möchte, kann sich beim Club für Trainingsseminare anmelden.

Den detaillierten Stari-Most-Leitfaden findet ihr für weitere Informationen.

Kujundžiluk-Basar

Die Kopfsteinpflastergasse nördlich vom Ostuferwiderlager ist Mostars wichtigster osmanischer Basar — ein durchgehender Markt kleiner Läden mit Kupferwaren, bestickten Textilien, osmanischen Kaffesets, Gemälden und Keramik. Er ist vollständig auf Touristenverkäufe ausgerichtet, aber das Handwerk ist echt, und die Atmosphäre — besonders früh morgens oder abends — ist angenehm.

Die besten Kupferwaren findet man in den Werkstätten, wo man die Handwerker bei der Arbeit beobachten kann — geometrische Muster in Kupferplatten treibend und die charakteristischen Waren herstellend, die seit Jahrhunderten hier gefertigt werden.

Koski-Mehmed-Pascha-Moschee

Die 1618 am Ostufer der Neretva erbaute Moschee steht auf einer Terrasse über dem Fluss mit einem der besten Blicke auf die Brücke in Mostar. Der Eintritt in den Hof ist kostenlos; für den Eintritt in die Moschee (angemessene Kleidung erforderlich) und für die Minarett-Stufen wird jeweils eine kleine Gebühr erhoben. Das Minarett lohnt sich.

Das Westufer und der Boulevard

Der Boulevard, der Ost- und Westufer Mostars trennt, ist weniger restauriert als das osmanische Ostufer — hier sind die Schäden des Konflikts von 1993 sichtbarer. Der „Spanische Platz” (Španski trg) und die Westufer-Viertel geben eine andere Perspektive auf die Stadt — weniger touristisch und echter.

Jenseits der Altstadt: Blagaj und das Neretva-Tal

Blagaj-Tekke: 12 km südlich von Mostar steht ein Derwischkloster aus dem 16. Jahrhundert (Tekija) an der Quelle des Flusses Buna, der als vollständiger Fluss aus dem Fuß einer 200 Meter hohen Felswand entspringt. Die Kombination aus türkisfarbenem Wasser, Kalksteinwand und dem kleinen weißgetünchten Tekke-Gebäude ist eines der eindrucksvollsten Schauspiele in der Herzegowina. Lohnenswert für 1,5 Stunden.

Počitelj: 30 km südlich von Mostar an der Neretva-Straße — ein osmanisches Befestigungsdorf auf einem Hügel mit Moschee, Turm und weiten Flussblicken. Auf den meisten Tagesausflug-Routen zwischen Dubrovnik und Mostar. Den Počitelj- und Blagaj-Leitfaden findet ihr für weitere Informationen.

Wo man in Mostar isst

Restoran Labirint: Oberhalb des Ostufers mit Blick auf die Brücke — angesehen für gegrilltes Fleisch und herzegowinischen Wein.

Šadrvan: Im Hof eines restaurierten osmanischen Hauses in Brückennähe — traditionelle bosnische Küche, guter Burek und Džezva-Kaffee.

Tima-Irma: Weiter vom touristischen Hauptgebiet entfernt, am Westufer — von vielen Einheimischen als das beste Grillrestaurant der Stadt angesehen. Weniger fotogenes Ambiente, besseres Essen.

Cevabdžinica Tima: Traditionelle bosnische Ćevapi (Hackfleischrollen in Fladenbrot) — die klassische bosnische Straßenküche. Mehrere gute Optionen nahe dem Hauptbasar.

Bosnischer Kaffee (Kafa) verdient besondere Erwähnung: in einer Džezva (kleinen Kupferkanne) mit einem Stück Zucker und einem kleinen Stück türkischen Honigkuchens serviert, ist er der rituelle Alltags-Kaffee der Region. Langsamer zuzubereiten und aufwändiger als Espresso. Setzt euch damit hin und beobachtet den Basar.

Praktische Informationen für Mostar

FaktorDetails
WährungBAM (1 EUR ≈ 1,96 BAM); Euros werden weitgehend akzeptiert
SpracheBosnisch (gegenseitig verständlich mit Kroatisch)
EinreiseReisepass erforderlich; außerhalb des Schengen-Raums
ZeitzoneMEZ/MESZ (wie Kroatien)
Beste ReisezeitMai–Juni, September–Oktober
MeidenMittagsspitze Juli–August (Brückengedränge)

Häufig gestellte Fragen zu Mostar

Wie voll wird Mostar?

Im Juli und August sehr belebt, insbesondere von 10 bis 14 Uhr, wenn Reisebusse ankommen. Der Brückenbereich und die ersten 200 Meter des Basars sind dann gedrängt. Gegen 9 Uhr morgens oder nachmittags ab 16 Uhr anreisen für ein deutlich besseres Erlebnis. Außerhalb des Juli–August sind die Menschenmassen überschaubarer.

Ist es angemessen, Mostar angesichts der jüngsten Konfliktgeschichte zu besuchen?

Ja, und es ist wichtig. Mostar ist eine Stadt, die mit einer jüngsten und schwierigen Vergangenheit umgeht. Tourismus unterstützt die lokale Wirtschaft, und der Austausch zwischen Besuchern und Einwohnern trägt zur Normalisierung und Erholung bei. Die Stadt ist stolz auf ihr Erbe und begrüßt Besucher. Respektvolle Neugier — einschließlich der Auseinandersetzung mit der Geschichte — ist völlig angemessen.

Was ist die Esskultur in Mostar?

Die herzegowinische Küche verbindet osmanische und balkanische Traditionen — Ćevapi (gegrilltes Hackfleisch), Pita (herzhaftes gefülltes Gebäck), Dolma, Lammgerichte, gegrillter Fisch aus der Neretva. Rakija (Obstbrand) und herzegowinischer Wein (Žilavka-Weiß, Blatina-Rot) sind die lokalen Getränke. Die Küche ist herzhaft und gut.

Lohnt sich eine Übernachtung in Mostar?

Unbedingt. Die Stadt am Abend — nachdem die Tagesausflügler abgereist sind — ist ein völlig anderer Ort. Die beleuchtete Brücke bei Nacht, ein Abendessen auf einer Flussterrasse und der Basar in der Dämmerung gehören zu Mostars besten Erfahrungen. Eine Übernachtung ermöglicht außerdem Blagaj und Počitelj am Morgen.

Kann man Mostar mit Kindern besuchen?

Ja, mit etwas Planung. Die Altstadt ist mit Kindern gut zu erlaufen und visuell interessant. Die Brückenspringer sind wirklich aufregend. Das Essen ist ansprechend. Die lange Fahrt (3 Stunden je Richtung) ist die größte Herausforderung für kleine Kinder.